15.04.2021

Bei den Schuhhändlern drückt der Schuh

Vor-Ort-Eindruck in Stadtlohn und Vreden

Ist der Schuheinzelhandel in der aktuellen Debatte um Öffnungen gesondert zu betrachten? Darüber hat der Vredener CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Röring mit Hans-Jürgen und Tim Robers von Robers Schuhe und mit Familie Siehoff vom Schuhhaus Siehoff gesprochen.

Die derzeitige Coronaschutzverordnung sieht vor, dass Kundinnen und Kunden das jeweilige Schuhgeschäft nur mit tagesaktuellem negativen Coronatest, Registrierung durch die Luca-App sowie medizinischer Maske besuchen dürfen. Das ist eine sehr hohe Hürde und stellt sich als nicht praxistauglich dar.

Nach anfänglichen Startschwierigkeiten war das vorher praktizierte Click&Meet-System aber durchaus erfolgreich. Auch wenn es noch lange nicht zu den Vorjahresumsätzen in den Unternehmen geführt hat, war das ein kleiner Beitrag zurück zur Normalität. Beide Vertreter der Schuhhäuser weisen aus Eigeninitiative geeignete Hygienekonzepte vor, die ein sicheres Einkaufserlebnis inklusive persönlicher Vor-Ort-Beratung ermöglichen.

Bei Familie Robers steht gerade die Übergabe auf die nächste Generation an. Sohn Tim ist voller Euphorie, Ideen- und Tatendrang bereit, die Geschäfte weiterzuführen. Seit 14 Monaten ist er in das Geschäft seines Vaters eingestiegen. Nun macht er sich nachhaltig Gedanken, welche Einflüsse das gestiegene Onlineshopping-Verhalten auf den stationären Handel hat. Auch das Schuhhaus Robers ist schon vor Jahren in das Onlinegeschäft eingestiegen, hat es im letzten Jahr noch deutlich ausgebaut. Anders als in den Robers-Filialen vor Ort wird etwa jede zweite Internetbestellung zurückgeschickt, was natürlich an der Rentabilität nagt.

„Momentan fehlt uns die Perspektive, die Vision zur Weiterentwicklung“, berichten Tim und Hans-Jürgen Robers. Doch Krisen sind auch immer Chancen. So konnte der Onlineumsatz von sieben auf knapp fünfzehn Prozent verdoppelt werden. Das kann den fast gänzlich fehlenden Umsatz in den zehn Robers-Geschäften nicht annähernd ausgleichen. Und gerade der April ist einer der umsatzstärksten Monate des Jahres. Das bestätigen auch Melanie und Hendrik Siehoff vom Schuhhaus Siehoff aus Vreden.

Die Vredener Schuhhändlerfamilie macht sich ebenso große Zukunftssorgen. Nicht nur für sich persönlich sondern generell, denn fehlende Umsätze bedeuten auch leere Innenstädte. „In Vreden sind viele Geschäfte inhabergeführt, zum Glück. Wir haben im letzten Jahr enormen Zuspruch bekommen. Viele Vredenerinnen und Vredener wollten uns Händler vor Ort aktiv unterstützen“ berichtet Hendrik Siehoff. Seine Frau Melanie stimmt zu: „Das Bewusstsein für die eigene Stadt ist größer geworden. Wir hoffen, dass das auch so bleibt und die Frequenz in der Innenstadt wieder erhöht wird.“

„Im Sinne der schnell wachsenden Kinderfüße und der Fußhygiene begrüße ich daher eine Rückkehr zurück zu Click&Meet für Schuhgeschäfte, sofern die Infektionslage das zulässt“, so Röring. „Auch für die Eltern wäre dies eine große Erleichterung“; erklärt der Abgeordnete. Es sei ein Abwägen: So viel Schutz wie nötig um Infektionsketten zu unterbrechen und so viel Öffnungen wie möglich, um Freiheiten wiederzugeben.

Diese Woche werden die Abgeordneten in Berlin wieder über die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie sprechen. Röring verspricht, die Anliegen der beiden Unternehmer - stellvertretend für die Schuhbranche - an entsprechender Stelle zu platzieren.

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